Die Zukunft heißt 4.0

Technikermesse an den Gottlieb Daimler-Schulen

Im Auto der Zukunft kann zwischen dem autonomen Fahrmodus und manueller Fahrt gewählt werden. Dies hat die Techniker-Absolventen Julian Scharf,  Ramazan Posluoglu und Michele Tancredi  der Gottlieb-Daimler-Schule 1 dazu inspiriert, sich gemeinsam  mit ihrem Lehrer Volker Göttler und der Firma Bertrandt an den Entwurf eines neuen Lenkrades heranzuwagen, dass diesem Wahlmodus im Fahrbetrieb gerecht wird. Während der autonomen Fahrt integriert sich der Lenkradkorpus des Prototyps in der I-Tafel, die heute noch landläufig „Armaturenbrett“ genannt wird, so dass die Lenkrad-Airbagabdeckung mit integriertem Display eine Einheit mit dem internen Design bildet. Für das manuelle Fahren wird das Lenkrad in Richtung des Fahrers automatisch ausgefahren. Die Griffe sind dabei nach hinten geklappt und verbergen sich hinter dem großen Display. Um die Lenkung zu bedienen, muss der Fahrer schließlich nur noch die Griffe aus ihrer Endlage nach vorne aufklappen. Ein kleiner Blick in die Zukunft, der viele Besucher faszinierte. Denn dieses und zahlreiche andere Projekte boten bei der Technikermesse an den Gottlieb-Daimler-Schulen am 4. Juni einen intensiven Vorgeschmack auf das, was die Lernfabrik Industrie 4.0 dort bietet. Dies zeigten auch Daniel Heldmaier, Jörn Schmid und Andreas Lauterbach. Ihr Projekt beinhaltet die Automation der Platinenproduktion mittels einer Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). Das bedeutet, dass der Roboter ohne trennende Schutzeinrichtung betrieben wird. Das Ziel ist, mit dem Roboter die Platinen aus dem Platinenbestücker zu entnehmen, den Lötofen damit zu beschicken, den Lötprozess damit zu starten und anschließend die fertigen Platinen in einem Magazin abzustapeln. Der Roboter arbeitet autark, die Schnittstelle zum Menschen ist das Magazin nach dem Löten. Hier legt der Roboter ab und gleichzeitig entnimmt der Bediener die fertigen Platinen. Eine zusätzliche Schutzeinrichtung ist nicht notwendig, weil der Roboter sensibel und langsam arbeitet und die Konstruktion auf MRK abgestimmt ist. Auftraggeber dieses Projektes ist die GDS2, finanziert mit Fördermitteln des Landkreises für die Lernfabrik, betreut wurde das Projekt von Dieter Faude von der Cobot Consulting und Lehrer Markus Runkel.
So viel es Landrat Roland Bernhard nicht schwer, die Technikermesse n den Gottlieb-Daimler-Schulen voll des Lobes zu eröffnen. Die vorgestellten Projekte seien für ihn „voller Innovationskraft und Pfiffigkeit“, die neugierig machten. Sie seien eben auch der beste Beweis dafür, dass berufliches Vorankommen nicht nur über ein Studium möglich sei.
Insgesamt 1,3 Millionen investiert der Landkreis in die Lernfabrik 4.0 an den Gottlieb-Daimler-Schulen und damit auch in die wirtschaftliche Zukunft der Region. „Hier steppt halt der Bär“, so der Landrat launig.
Obwohl der Abschluss zum „Staatlich geprüften Techniker“ zum Studium berechtige, nehme kaum jemand dieses Angebot wahr, weil uns die Absolventinnen und Absolventen „von den Firmen quasi aus der Hand gerissen werden“, so die Schulleiterin der GDS2, Karin Bieber-Machner. Unterstützend versicherte Holger Esch, Schulleiter der GDS 1, dass dies auf lange Sicht auch so bleiben werde. Nicht  zuletzt deshalb, so Esch weiter, weil die Kontaktpflege und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Industrie und Partnerschulen lokal, regional und im Ausland hohe Priorität genießt.

 
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